Umwege nach Oslo
Schon die Anreise verlief nicht für alle nach Plan. Ein verspäteter Flug sorgte dafür, dass einer der Rosenbuben seinen Anschlussflug in München verpasste. Nach der Umbuchung sorgte schließlich ein Drohnenalarm für die nächste Überraschung, denn er legte den Flughafen vorübergehend lahm. So traf der letzte Rosenbube leider erst einen Tag später in Oslo ein.
Die übrigen Rosenbuben nutzten den Freitagabend, um sich in Oslo zu treffen, die Zugtickets für die geplante Weiterreise am Sonntag zu besorgen und sich auf die kommenden Tage einzustimmen. Am Samstag stand zunächst die Erkundung der Stadt auf dem Programm. Sie inspizierten ausführlich Outdoorläden, besuchten das Munch-Museum, tranken guten Kaffee und bestaunten die imposante Oper.

Am Nachmittag war die Gruppe wieder vollständig. Nach dem Einchecken im Hotel ging es gemeinsam weiter durch Oslo. Oper, Altstadt und natürlich weitere Outdoorläden standen auf dem Programm. Der Abend endete ausgelassen in einem Pub. Die Rosenbuben feierten das Wiedersehen gebührend, und die Vorfreude auf die bevorstehenden gemeinsamen Tage war deutlich zu spüren.

Später zog es die Rosenbuben noch einmal hinaus zur Oper. Im Dunkeln entfaltete das Gebäude eine besondere Lichtstimmung, die sie unbedingt fotografisch festhalten wollten. Auch für einige Porträts war die Kulisse perfekt. Anschließend kehrte die Truppe in dem, ihrer Meinung nach, besten Italiener Norwegens ein. Danach ging es müde, aber zufrieden zurück ins Hotel.

Der Sturm macht einen Strich durch die Rechnung
Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen: Rucksäcke packen, das „zivile“ Gepäck im Hotel einschließen, frühstücken und ab zum Bahnhof. Das Ziel war der Nationalpark Dovrefjell.
Die Zugfahrt Richtung Trondheim verlief zunächst problemlos, doch kurz nach Lillehammer war plötzlich Schluss. Ein heftiges Unwetter mit Windböen von bis zu 130 km/h machte eine Weiterfahrt unmöglich. Der Zug musste umkehren und zurück nach Oslo fahren.

Dort begann die nächste Improvisationsrunde. Die Rosenbuben ließen ihre Zugtickets umschreiben. Da in der zweiten Klasse keine Plätze mehr verfügbar waren, gab es als unerwartetes Upgrade kostenlose Plätze in der ersten Klasse für die Fahrt am nächsten Tag. Glücklicherweise konnten die Rosenbuben erneut im selben Hotel unterkommen, wenn auch diesmal auf zwei Zimmer verteilt.
Den zusätzlichen Tag in Oslo nutzten die Rosenbuben für einen Besuch im Fram-Museum. Gleichzeitig galt es, sich mental auf das vorzubereiten, was der Wetterbericht für die kommenden Tage angekündigt hatte: arktische Kälte.
Zweiter Versuch
Am nächsten Morgen startete der zweite Anlauf. Wieder ging es zeitig aus den Federn, wieder ab zum Bahnhof. Diesmal verlief die Zugfahrt ausgesprochen komfortabel. Bequeme Liegesitze, kostenloser Kaffee und Snacks machten die lange Fahrt angenehm.
Ganz ohne Überraschung ging es natürlich auch diesmal nicht. Wegen Gleisarbeiten endete die Zugfahrt in Dombås, deutlich früher als ursprünglich geplant. Eigentlich sollte es bis Kongsvoll gehen.
Nun musste ein Großraumtaxi her, und tatsächlich tauchte, wie durch ein kleines norwegisches Wunder, genau das richtige Fahrzeug auf. Nach einer kurzen Pause machte sich die Gruppe auf den Weg zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Die Wanderung begann bei durchwachsenem Wetter. Unterwegs trafen die Rosenbuben immer wieder auf andere Wanderer, teilweise ebenfalls mit umfangreicher Fotoausrüstung. Die Gespräche waren allerdings ernüchternd: Niemand hatte bisher Moschusochsen gesehen.

Nachdem die Gruppe das große Zelt aufgebaut hatte, folgte die erste Nacht in der Wildnis.


Erste Spuren und eine warme Hütte
Am nächsten Morgen ging es weiter hinein in den Nationalpark. Weite Moosflächen und Schneefelder prägten die Landschaft. Trotz der winterlichen Bedingungen waren die Wege gut begehbar.


Und dann erfüllte sich die große Hoffnung bereits am zweiten Tag: Die Rosenbuben entdeckten einen ersten Moschusochsen und fotografierten ihn natürlich ausführlich.

Wenig später folgte sogar ein Pärchen mit Nachwuchs. Sie konnten die Tiere in Ruhe beobachten.

Das eigentliche Ziel der Reise war damit erreicht, doch das Abenteuer ging weiter. Der Weg führte uns weiter in Richtung Reinheimhütte, doch bis wir diese erreichen schlagen wir ein weiteres Mal das Zelt auf.

Am folgenden Tag erreichten und bezogen die Rosenbuben schließlich die Hütte. Nach den Nächten im Zelt war die wohlige Wärme eine echte Wohltat, dazu kamen gut gefüllte Vorräte und frisches Quellwasser. Die Rosenbuben trugen sich ins Gästebuch ein, trockneten ihre Sachen und gönnten sich eine ordentliche Brotzeit.

An der Snøhetta stößt die Gruppe an ihre Grenzen
Am nächsten Tag stand ein besonderes Ziel auf dem Programm: die Snøhetta. Zunächst sah es noch machbar aus, doch das Wetter verschlechterte sich zunehmend. Mit jedem Höhenmeter wurde der Aufstieg anspruchsvoller. Auf etwa 2.080 Metern mussten sie den Versuch schließlich abbrechen. Die Bedingungen wurden zu schwierig, außerdem sollte ein Rosenbube, der weiter unten wartete, nicht unnötig lange dort ausharren müssen.

Nach einem kurzen Whisky-Stopp machten sich die Rosenbuben wieder auf den Rückweg zur Reinheimhütte. Dort heizten sie den Ofen erneut an und verbrachten eine weitere Nacht in der gemütlichen Hütte.

Gegen den Wind zurück
Anschließend begann der Rückweg. Eigentlich waren noch zwei Nächte im Nationalpark geplant, das Wetter machte jedoch deutlich, dass die Rosenbuben ihre Planung anpassen mussten.
Starker Gegenwind, Regen und Schnee erschwerten das Vorankommen. Sie bauten die Zelte schließlich an einer möglichst windgeschützten Stelle auf. Währenddessen bot sich noch einmal ein beeindruckendes Naturschauspiel: Die Rosenbuben entdeckten aus sicherer Entfernung eine große Herde Moschusochsen und beobachteten sie ausgiebig.

Die folgende Nacht war allerdings alles andere als ruhig. Der Wind rüttelte kräftig an den Zelten und ließ die Rosenbuben nur wenig schlafen. Trotzdem konnten sie am nächsten Morgen alles wieder abbauen und ordentlich verstauen.
Der letzte Tag im Nationalpark sollte zugleich der härteste werden. Die längste Tagesetappe stand bevor, dazu schlechtes Wetter und zusätzliche Umwege. Mehrfach versperrten Moschusochsen den Weg und zwangen die Rosenbuben zu Umwegen.
Als sie schließlich den Bahnhof erreichten, war die Erleichterung entsprechend groß. Eine freundliche Anwohnerin gab noch einen wertvollen Tipp: Da für die kommende Nacht extreme Kälte angekündigt war, empfahl sie der Gruppe, im Warteraum des Bahnhofs zu übernachten.

Eine ungewöhnliche, aber ausgesprochen praktische Lösung: So verbrachten die Rosenbuben die Nacht zwar bei Licht, dafür aber trocken und warm.
Wieder in der Stadt, wieder am Ende
Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus nach Dombås. Dort stiegen die Rosenbuben in den Expressbus nach Oslo um.
Oslo empfing die Rückkehrer mit erstaunlichen 19 Grad und deutlich mehr Leben, als sie es aus dem winterlichen Dovrefjell gewohnt waren. Nach dem Einchecken im Hotel feierten die Rosenbuben den letzten gemeinsamen Abend ausgelassen. Pizza und Livemusik sorgten für einen entspannten und gelungenen Abschluss der Reise.
Am letzten Tag blieb noch Zeit für einen Spaziergang durch das neue Hafenviertel. Nach einem entspannten Nachmittag und einem späten Check-out hieß es schließlich Abschied nehmen.
Eine Reise voller Umwege, Wetterkapriolen, Improvisation, Abenteuer und unvergesslicher Begegnungen ging zu Ende. Die Rosenbuben hatten nicht alles so erlebt, wie ursprünglich geplant, aber genau das machte die Reise am Ende zu etwas Besonderem.
